Ein Samstagmorgen im Mai, 21. Mai 2016

Ein ist ganz normaler Samstag im Mai morgens um Elf. Es sind angenehme 22°, eine leichte Brise aus südwestlicher Richtung streicht durch die Gassen, am azurblauen Himmel treiben ein paar schäfchenweiße Wolken.

 

Die Betriebsamkeit des Dorfes ist noch ein wenig schläfrig, nur beim Bäcker steht man Schlange.

Verließ man die Ortschaft aber in Richtung Hauptstadt, stieß man auf reges Treiben.

Ganze Autokolonnen schlichen durch die Issumer Straße, um zu sehen, was dort von statten ging. Das Geheimnis war schnell gelüftet.

 

Die Putzbrigade des Jungfrauentisches traf sich  am Bühnerkreuz , um das alljährliche Großreinemachen in Angriff zu nehmen.

 

Mit allerlei Gerätschaften, Eimern, Wassertanks und frischen Blumen bewaffnet, machten sich elf „Jungfrauen“ mit viel Elan und körperlichem Einsatz daran, die Spuren die Wind und Wetter hinterlassen hatten, zu beseitigen.

 

Jede der Damen bekam eine Aufgabe zugewiesen, die ihrem Geschick und ihrem Talent entsprach. Der Leib Christi wurde von Anneliese zunächst vorsichtig entstaubt,

bevor er zärtlich abgeledert wurde.  Rund um das Kreuz wurde gefegt, gekratzt, geharkt, gewässert und gepflanzt.

 

Bei dem Anblick von Ria mitten im Grünzeug, kam einem unweigerlich der berühmte Kinderreim in den Sinn:

 

Ein Weiblein saß im Walde ganz still und stumm.

Es  hat vor lauter Purpur ein Mäntlein um.

Sag wer mag das Weiblein sein,

dass da pflückt die Kräuterlein,

das kann doch nur die Ria vom Jüppi sein.

 

Nach getaner Arbeit wurden die doch schwindenden Kräfte mit einem Gläschen „Lebensretter“ reaktiviert. Stolz über ihr Werk zogen die erschöpften, aber glücklichen Jungfrauen von dannen.

 

Ein besonderer Dank geht noch an Kai Lackmann, der extra seine schwere Arbeit beim Schmücken der Festhalle für die Lackmann-Fete unterbrochen hat, um das Gruppenfoto zu machen.

 

Sabine Vitten